Bunte Statements – ein Graffiti-Projekt an der TGS Stadtlengsfeld

Das Kunstprojekt „Break the Silence – paint your Voice“ der Jahrgangsstufe 7 der TGS Stadtlengsfeld war nicht nur eine kreative Herausforderung, sondern auch eine klare Ansage gegen Mobbing und Ausgrenzung. Alles begann mit einem einführenden Projekttag, bei dem die Schüler*innen zusammen mit dem Schulsozialarbeiter Herrn Krug, Frau Mechau vom Mobilen Dienst und Frau Berthold von der Jugendkunstschule Schweina erste Ideen entwickelten. Sogar die Künstliche Intelligenz kam zum Einsatz, um kreative Entwürfe zu erstellen.

Die Umsetzung des Projekts fand über drei zusammenhängende Projekttage statt, die von der Jugendkunstschule Schweina geleitet wurden. Gregor Müller (Dipl. Designer) und Ulrike Kraus (Dipl.Designerin) waren die Künstler, die die Schüler*innen durch den kreativen Prozess führten. Unterstützt wurden sie von Kathleen Hegenbarth vom Mobilen Dienst. 
Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Ideenfindung und der Schablonentechnik „Stencil Art“ – eine besondere Art des Graffitis. Die Schüler*innen haben gelernt, wie wichtig es ist, für ein dreifarbiges Bild drei verschiedene Schablonen zu verwenden – und dass man Verbindungsstege einbauen muss, damit die Schablonen nicht auseinander fallen. Neben den Motiven gegen Mobbing wurde auch bewusst auf die Wahl der Farben geachtet, denn jede Farbe sollte eine symbolische Bedeutung haben. So steht Blau zum Beispiel für Vertrauen und Freiheit, Rot für Wut, Weiß für Reinheit und Weisheit und Schwarz für Eleganz. Diese Farben sollten die Botschaft der Bilder verstärken.

Am zweiten Tag wurde es handwerklich: Aus riesigen Pappen entstanden 50×50 cm große Schablonen, hier benötigte man viel Ausdauer und Konzentration. 
Der dritte und letzte Tag war der Höhepunkt: Es ging endlich darum, mit Farbe zu sprühen! Zuerst wurde an einer Probewand im Schulhof geübt – die Schüler*innen hatten richtig Spaß, einfach mal draufloszusprühen, quer, dick, dünn – und zu sehen, wie die Farben übereinanderfließen. Dann erfolgte das Testsprühen mit den Schablonen auf Papierbögen. Natürlich war der Wind nicht gerade hilfreich, da er die Schablonen immer wieder durcheinanderblies, Abdeckungen verrutschten. Aber das konnte die Schüler*innen nicht aufhalten – sie  meisterten diese Hürde mit viel Teamarbeit und Geduld. Der spannendste Moment war dann, als jeder 1-2 Mal sein eigenes Antimobbing-Motiv auf die großen Alu-Paneelwände sprühte. Hier war Präzision gefragt, da jede Farbe erst antrocknen musste, bevor die nächste Schablone aufgelegt werden konnte. Stück für Stück füllten sich die Wände und das fertige Kunstwerk nahm Form an.
Am Tag der Gesundheit (Mitte Mai) sollen die fertigen Alu-Paneelwände an der Schulwand präsentiert werden. Diese Kunstwerke werden nicht nur die harte Arbeit der Schüler zeigen, sondern auch eine starke Botschaft gegen Mobbing und Ausgrenzung senden – ein bleibendes Zeichen für alle, die die Wand sehen.

Das Projekt wurde mit Hilfe des Kunstgeldes der „Kulturagent*innen Thüringen“ ermöglicht, einer Maßnahme der Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V., gefördert durch das Land Thüringen. Ein  Dankeschön geht auch an die Firmen Medienfabrik Stadtlengsfeld sowie Immobilien- u. Hausverwaltung Ahnemüller, die einen Teil Alu-Paneelplatten für die Kunstwerke gesponsert haben.